Loslas­sen was war, vertrau­en was kommt



Das Zebra Magazin

Resili­en­z­ca­fe

Loslas­sen, was war — vertrau­en, was kommt

Loslas­sen ist eines dieser Worte, die leicht über die Lippen gehen und sich im echten Leben oft ganz anders anfühlen.

Am 2. Dezem­ber 2025 öffne­te das Resili­en­z­ca­fé erneut seine Türen. Diesmal mit einem Thema, das viele Menschen bewegt: „Loslas­sen, was war — vertrau­en, was kommt“.

An diesem Nachmit­tag kamen 14 Menschen zusam­men, einige zum ersten Mal, drei sogar erneut. Was ein schönes Zeichen dafür, dass hier etwas entsteht, das trägt.


Erst einmal innehalten

Manche Themen kommen genau dann, wenn sie dran sind.

So fühlte es sich für mich auch am 2. Dezem­ber 2025 an, als das Resili­en­z­ca­fé unter dem Motto
„Loslas­sen, was war — vertrau­en, was kommt“ stattfand.

Wie immer begann das Resili­en­z­ca­fé mit einem kurzen Impuls: den 7 Säulen der Resili­enz, ein paar Gedan­ken aus der Resili­enz­for­schung und der bekann­ten Hawaii-Studie. Nicht verkopft, sondern als Einla­dung, kurz innezu­hal­ten und zu spüren:

Was stärkt mich eigent­lich — gerade dann, wenn ich inner­lich festhalte?

Denn wie Brian­na Wiest es so treffend formuliert:

„Loslas­sen heißt nicht aufge­ben.
Es heißt zulas­sen, was bereits ist.“

„Lass doch einfach los“ – Was, wenn es nicht so einfach ist?

Diese Gedan­ken bilde­ten den Einstieg ins Thema des Resilienzcafés. 

„Loslas­sen“ ist einer dieser Ratschlä­ge, die fast automa­tisch kommen.
So oft gehört, so oft gelesen, so oft gut gemeint. Bücher­re­ga­le sind voll davon. Und trotz­dem bleibt bei vielen das gleiche Gefühl zurück: Ja … aber wie denn eigentlich?

Auf einem Flipchart sammel­ten sich Sätze, die viele kennen:

„Du musst das jetzt endlich hinter dir lassen.“
„Es bringt doch nichts, wenn du dich weiter daran festhältst.“
„Vergan­ge­nes ist vergan­gen. Schließ damit endlich für dich ab.“
„Nicht alles ist deine Baustel­le — gib’s zurück.“
„Das Alte darf gehen, damit Neues kommen kann.“

Und doch bleibt oft dersel­be Gedan­ke zurück:

LASS DOCH EINFACH MAL LOS –
WENN ES SO EINFACH WÄRE.

Loslas­sen ist kein Allheil­mit­tel.
Und vor allem keine Technik, die auf Knopf­druck funktioniert.

Neben Gefüh­len wie Angst, Trauer, Sorgen oder Schuld geht es oft auch um Stress, Grübeln, unaus­ge­spro­che­ne Erwar­tun­gen, alte Bezie­hun­gen oder belas­ten­de Erinnerungen.

Beson­ders wichtig:
Trauer und Schmerz haben keinen Zeitplan.
Jede Person entschei­det selbst, wann und wie etwas gehen darf.

Loslas­sen darf Zeit brauchen.
Und manch­mal auch Unterstützung.

Der Stein als Contai­ner für das Schwere

Was willst du loslassen?

Mit dieser Frage ging es vom Denken ins Spüren.
Auf Handouts mit Luftbal­lon-Symbo­len sammel­ten die Teilneh­men­den ihre persön­li­chen Themen.

Dann wurde es kreativ.

Jede Person bekam einen Stein in die Hand. Er stand für all das, was gerade schwer ist. Für Gedan­ken, Gefüh­le oder innere Themen, die schon eine Weile mitge­tra­gen werden.

Es gab ein paar einfa­che Fragen als Einla­dung zum Hinspü­ren:
Was belas­tet gerade?
Was soll nicht mehr ständig mitge­schleppt werden?
Was dürfte leich­ter werden?

Die Steine wurden bemalt oder beschrif­tet, das war ganz unter­schied­lich. Manche mit einem Wort, andere mit Farben oder Symbo­len.
Ohne etwas erklä­ren zu müssen.
Ohne Kommen­ta­re. Ohne Bewertung.

Und mit einer klaren Botschaft:
Du entschei­dest selbst, wie lange du diesen Stein noch bei dir trägst und wann der Moment kommt, ihn loszulassen.

Von schwer zu leicht: Seifen­bla­sen steigen lassen

Zum Abschluss wechsel­ten wir bewusst das Element:
von Erdung zu Leich­tig­keit.

Wir gingen gemein­sam nach draußen und ließen Seifen­bla­sen steigen.
Jede Blase durfte etwas mitneh­men, was gehen darf. Durch die vielen kleinen Blasen sah es fast so aus, als würde es schneien.

Menschen blieben stehen, schau­ten irritiert und wir standen da mitten im Alltag, in einem dieser magischen Momen­te, die man nicht planen kann.

Vertrau­en, was kommt

Zum Abschied bekam jede:r eine kleine Geschenk­tü­te mit einem Teelicht und einem Spruch, der erst sicht­bar wird, wenn das Wachs schmilzt:

„Gehe deinen Weg voller Zuversicht.“

Denn dieses Resili­en­z­ca­fé ging nicht nur ums Loslas­sen, sondern auch um Vertrau­en in den eigenen Weg und in das, was kommt.

Was bleibt ist ein Nachmit­tag voller ehrli­cher Gesprä­che, Lachen, Tiefe 
und erstaun­lich viel Leichtigkeit.

Das Resili­en­z­ca­fé am 02.12.2025 hat gezeigt:
Loslas­sen muss nicht laut sein.
Manch­mal reicht ein Stein und eine Seifenblase. 

Und manch­mal ist Vertrau­en in das, was kommt, der erste kleine Schritt.

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