Das Zebra Magazin

Resili­enz-Café

Schlaf­los? Schlaf­su­chend? Lass uns drüber reden.

Es gibt Nächte, in denen der Blick auf die Uhr eigent­lich nur ganz kurz sein sollte. Doch kaum steht die Uhrzeit fest, beginnt das Rechnen: Wenn ich jetzt sofort wieder einschla­fe, bleiben noch fünf Stunden. Vielleicht reicht das. Aber was, wenn ich noch weiter wach liege?

Mit jedem Gedan­ken scheint der Schlaf ein Stück weiter in die Ferne zu rücken. Der Körper ist müde, während der Kopf längst beim nächs­ten Morgen angekom­men ist. Und manch­mal reicht schon dieser Druck, unbedingt einschla­fen zu müssen, damit genau das nicht mehr gelingt. Ein Gefühl, das viele Menschen kennen und das im Alltag häufi­ger vorkommt, als man denkt.

Genau deshalb drehte sich im letzten Resili­en­z­ca­fé alles um ein Thema, das fast jede und jeder kennt: Schlaf.


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Wenn der Schlaf einfach nicht kommen will

Am Sonntag, den 15. März, fand von 16 bis 18 Uhr im Café Neben­an wieder ein Resili­en­z­ca­fé statt – ein Nachmit­tag, der sich einem Thema widme­te, das viele Menschen beschäf­tigt: gesun­der Schlaf.

Mit diesem Thema ist niemand allein

Wer nachts wach liegt, hat oft das Gefühl, damit allein zu sein. Tatsäch­lich sieht die Reali­tät anders aus. Laut einer Umfra­ge des Robert Koch-Insti­tuts (RKI) berich­tet 2026 mehr als jeder dritte Mensch in Deutsch­land regel­mä­ßig von Schlaf­pro­ble­men. Rund 32 Prozent geben an, Schwie­rig­kei­ten beim Durch­schla­fen zu haben, etwa 16 Prozent kämpfen mit dem Einschla­fen und gut 13 Prozent erleben sowohl Ein- als auch Durchschlafstörungen.

So unter­schied­lich die Nächte ausse­hen, eines haben sie gemein­sam: Sie kosten Kraft und oft auch die Leich­tig­keit im Alltag.

Darüber wird nur selten gespro­chen. Umso wichti­ger ist es zu wissen: Schlaf­pro­ble­me sind nichts Ungewöhn­li­ches und sie müssen auch nicht einfach hinge­nom­men werden. Oft hilft es bereits, die eigenen Schlaf­mus­ter besser zu verste­hen und die Ursachen Schritt für Schritt in den Blick zu nehmen.

Jeder Mensch schläft anders

Bist du eine “Lerche” oder eine “Eule”?

Ein spannen­der Impuls des Nachmit­tags war der Blick auf den eigenen Chrono­typ. Denn jeder Mensch bringt seinen ganz eigenen biolo­gi­schen Rhyth­mus mit. Zu verste­hen, wann der Körper von Natur aus eher aktiv oder müde ist, kann helfen, die eigenen Bedürf­nis­se besser einzu­ord­nen und sich selbst mit etwas mehr Gelas­sen­heit zu begegnen.

Auch das Thema Schlaf­hy­gie­ne durfte an diesem Nachmit­tag nicht fehlen. Dabei ging es weniger um starre Regeln und vielmehr um die kleinen Gewohn­hei­ten, die den Körper dabei unter­stüt­zen können, leich­ter zur Ruhe zu finden. Denn oft sind es nicht die großen Verän­de­run­gen, sondern die winzig kleinen Ritua­le, die den Unter­schied machen. Schon der bewuss­te Verzicht auf Handy oder Fernse­her in der letzten Stunde vor dem Schla­fen­ge­hen kann dem Körper helfen, sich auf die Nacht einzu­stim­men. Ein wieder­keh­ren­des Abend­ri­tu­al (vielleicht eine Tasse Tee, ein paar Seiten in einem Buch oder einfach ein paar ruhige Minuten) schafft Orien­tie­rung und signa­li­siert: Der Tag darf jetzt langsam ausklin­gen. Und inten­si­ver Sport  am späten Abend ist meist weniger hilfreich, weil der Körper zunächst wieder Zeit braucht, um herunterzufahren.

Ein kleines Erste-Hilfe-Set für unruhi­ge Nächte

Im zweiten Teil des Resili­en­z­ca­fés wurde es praktisch. Gemein­sam wurden drei leicht umsetz­ba­re Metho­den kennen­ge­lernt, die in unruhi­gen Nächten unter­stüt­zen können.

Beim Gedan­ken­lau­schen ging es darum, Gedan­ken zunächst einmal wahrzu­neh­men, ohne sofort gegen sie anzukämp­fen. Nicht jeder Gedan­ke braucht eine Antwort – manch­mal reicht es schon, ihn kommen und wieder ziehen zu lassen.

Mit der Box- bezie­hungs­wei­se Quadrat­at­mung (4×4‑Atmung) wurde spürbar, wie bewuss­tes Atmen das Nerven­sys­tem beruhi­gen und dem Körper das Signal geben kann, dass wieder Zeit zum Entspan­nen ist.

Außer­dem lernten alle Teilneh­men­den die PEP®-Methode nach Dr. Micha­el Bohne kennen. Durch sanftes Klopfen und stärken­de Selbst­be­ru­hi­gungs­sät­ze lässt sich das Stress­sys­tem häufig inner­halb weniger Minuten regulie­ren. Die Metho­de ersetzt jedoch keine Behand­lung, kann aber ein hilfrei­ches Werkzeug sein, um sich in belas­ten­den Momen­ten selbst wieder etwas mehr Ruhe und Sicher­heit zu schenken.

Jede® der die Metho­de einmal auspro­bie­ren oder vertie­fen möchte, findet hier eine verständ­li­che Anleitung:

PEP® – Krisen­hil­fe und Anleitung

Weiter­le­sen & Hören

Wer sich inten­si­ver mit dem Thema Schlaf beschäf­ti­gen möchte, findet in folgen­den Büchern hilfrei­che Anregun­gen für den Alltag:

  • Schlaf gut — Das kleine Überle­bens­buch: Sofort­hil­fe bei Schlechtschlafen,
    Albträu­men und anderen Nacht­qua­len von Claudia Croos-Müller (Link zum Buch)
  • Bitte schla­fen!: Klopfen als Selbst­hil­fe bei Schlafstörungen
    von Gudrun Klein & Micha­el Bohne (Link zum Buch)
  • Eine gute Nacht: Achtsam­keits­ba­sier­tes Schlaftagebuch
    von Lina Maria Schön (Link zum Buch)
  • Wie kleine Tiere schla­fen gehen: ab 18 Monate
    von Anne-Kristin ZurBrüg­ge & Marina Rachner (Link zum Buch)
  • Über Schla­fen. Jeden Diens­tag eine Folge über Fakten und Mythen rund ums Schla­fen. Von Ilka Knigge und Chris­ti­ne Blume (Link zum Podcast).
  • Einfach besser Schla­fen von André Alesi (Link zum Karten­set)

Wenn mehr dahintersteckt

Vielleicht war die wichtigs­te Erkennt­nis des Nachmit­tags gar keine neue Metho­de, sondern die Erfah­rung, dass unruhi­ge Nächte zum Leben dazuge­hö­ren können und nicht automa­tisch bedeu­ten, dass etwas mit einem nicht stimmt. Oft hilft es schon zu verste­hen, was im Körper passiert und warum der Schlaf manch­mal ausbleibt.

Erhol­sa­mer Schlaf lässt sich nicht erzwin­gen. Doch mit etwas Wissen, einem verständ­nis­vol­len Blick auf sich selbst und ein paar hilfrei­chen Werkzeu­gen darf der Druck langsam nachlassen.

Und manch­mal findet der Schlaf genau dann ganz von allein wieder seinen Weg.

Aber nicht jede Schlaf­stö­rung hat diesel­be Ursache. Deshalb ist es wichtig, anhal­ten­de oder stark belas­ten­de Schlaf­pro­ble­me ärztlich abklä­ren zu lassen. Körper­li­che Ursachen wie beispiels­wei­se eine Schlaf­apnoe, Erkran­kun­gen der Schild­drü­se oder das Restless-Legs-Syndrom sollten zunächst ausge­schlos­sen werden.

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